Was wäre, wenn behinderte Schauspieler_innen mal nicht behinderte Rollen stereotypisch spielen würden? Dies geschieht in Rahmen der Kunstfreiheit. Würden nicht behinderte Menschen überhaupt erkennen ihre stereotypische Darstellung? Wenn ja, dann wäre der Aufschrei groß bei nicht behinderten Personen.
Betrachten wir mal die Geschichten von behinderten Menschen in Filmen und Serien! Wie oft sind sie abhängig von anderen Personen? Wie oft ist ihre Charakter wütend oder traurig? Wie oft sind ihre Geschichten sehr einseitig? Mal abgesehen davon, werde ich auch nicht dargestellt. Wie viele Behinderungsarten habe Sie im Kopf? Da kann ich mich als behinderter Mensch fragen, wo ist meine Menschenwürde?
Kunstfreiheit darf alles?!
Kunstfreiheit was in Grundgesetz unter dem Artikel 5 steht. Schon allein das Wort Freiheit wird gerne von vielen Menschen missbraucht. Viele denken sie können alles machen. Weil es ihn frei zu steht. Aber nein, Freiheit hat eine gewisse Verantwortung. Es gibt in politischen gesellschaftlichen Ebene zwei Bedeutung. Einmal das Aufbrechen von traditionellen Denkweisen, die Unterdrückung verursachen und eine Unabhängigkeit verhindern. Dann die Verantwortung nehmen für den Erhalt keine wiederkehrende Unterdrückung und Machtübernahme aufkommen zu lassen.
Dann gibt es noch den Artikel 18. Dieser Artikel hält eine Schranke vor, wenn die demokratischen Werte missachte werden. Was sind demokratische Werte? Das wären Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Aber wo diese Werte für behinderte Menschen in Rahmen der Kunstfreiheit? Ist es gerecht eine stereotypiche Darstellung von Geschichten aus der behinderten Community und das Spielen der behinderten Rolle von nicht behinderten Schausspieler gespielt wird?
Ist es wirklich Gleichheit, wenn man auf diskriminierter Weise lustig macht über behinderter Menschen durch ableistische Sprache und Witze? Ist es solidarisch, wenn man behinderte Schauspieler oder Komiker auf die Bühne stellt um sein Image auf aufzupolieren? Und von Freiheit will gleich mal nicht sprechen. Nur so viel – Wie viel Freiheit zu entscheiden hat ein behinderter Künstler für das Annehmen eines Jobangebot?
Gibt es eine inklusive Kunstwelt?
Es gibt schon einige gute Ansätze, die die Schauspielwelt ein bisschen verändern wird. Aber leider ist es so das wir wieder rückständig werden. Wenn wieder mal alles gekürzt wird an Gelder. Wohl man weiss ohne barrierefreie Zugänge kommen wir nicht weiter. UN Behindertenrechtskonvention Artkel 30 – was Deutschland unterschieben hat vor über 15 Jahren. Brauchen wir nicht alle ein bisschen wahre inklusive Vielfalt?
Denn die Wahrheit ist doch. Das nicht behinderte Schauspieler überhaupt kein Zugang zur behinderten Welt hat. Auch wenn sie sich informieren über paar Tage. Können sie nicht die Auswirkung von einen behinderten Leben sehen? Da sie keine Behinderung oder chronische Erkrankung haben. Es macht ein starken Unterschied, ob man mit einer Behinderung lebt oder sie dann am Drehschluss ablegt. Das gilt auch für die Gefühlswelt.
Kunstfreiheit als Ausrede
Wäre es nicht schön, den Kunstfreiheits-Artikel einmal zu überarbeiten?! Wir müssen uns doch fragen: Wie viel spiegelt in Wahrheit unsere Gesellschaft wider? Und dabei geht es nicht nur um Serien und Filme, sondern auch um Wissenschaft, Forschung und Pressefreiheit!
Sollten wir nicht lieber ein so schwammiges Gesetz detaillierter beschreiben, um:
- Diskriminierung zu beenden,
- Vielfalt auf allen Ebenen zu fördern,
- in Wissenschaft und Forschung alle Blickwinkel zu betrachten,
- … ?
Daher müssen wir uns als Gesellschaft mit dieser Frage auseinandersetzen.
Glaube an Vielfalt
Ich glaube daran, dass Film und Serien eine sehr gute Wirkung auf unsere Gesellschaft haben. Denn ich gehe davon aus, dass – wie bei Kindern – die Schauspielwelt einen Nachahmungseffekt bewirken kann. Dadurch kann die Gesellschaft ein Bewusstsein für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme von Minderheitsgruppen entwickeln.
Darum wünsche ich mir, dass endlich die wahre Vielfalt unserer Gesellschaft widergespiegelt wird.
Steph.
